Witterungsrückblick Februar 2017

Leider kein würdiger Nachfolger des fabelhaften Januar

von Rüdiger Manig, Wetterstation Neuhaus/Rwg.

Leider kein würdiger Nachfolger des fabelhaften Januar

Bedauerlicherweise setzte sich im Februar nicht durchweg das fantastische Winterwetter des Vormonats fort. Geprägt war er durch eine langsam aber stetig abnehmende Schneedecke, Hoch Erika und eine astreine Sturmlage zum Monatsende. Und das bis zum 21. Februar über weite Strecken noch Langlauf möglich war – das hatten wir immer noch Orkantief Egon vom Freitag, dem dreizehnten Januar zu verdanken.

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21 Fotos (Rüdiger Manig )

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Ein solide Grundlage, welche dann aber doch nicht ganz bis zum Monatsende durchhielt. Zu Monatsbeginn Schneehöhe 49 cm, am 20.Februar noch 42 cm, jedoch in diesen drei Wochen kaum Neuschnee.
Nur hin und wieder ein, zwei Zentimeter. Noch weniger Neuschnee konnten wir in den zumindest letzten 31 Jahren nur im Februar 1998 registrieren, da waren es kümmerliche neun Zentimeter. Dieses Jahr 20 Zentimeter, die Hälfte davon am letzten Monatstag, was nun nichts mehr nützte.
Betrachtet man dabei die letzten 31 Jahre ist der Februar, trotz der geringeren Anzahl an Tagen, der Monat in dem der meiste Schnee fällt.
Vom gesamten gefallenen Schnee in diesem Zeitraum entfallen auf den Februar rund 24%, gefolgt vom Dezember mit 22%, Januar 20% und dem März mit 14%. Und diesen haben wir ja noch vor uns.
Begonnen hatte der meteorologisch letzte Wintermonat sehr mild, vorwiegend atlantische Subtropikluft mit Tageshöchsttemperaturen bis zu 4°C, etwas Sonne, etwas Neuschnee.
Dann eine lange Herrschaft von Hoch Erika, genaugenommen vom 7. bis zum 16.Februar. Anfangs geprägt durch den Zufluss nordeuropäischer Subpolarluft, fünf Eistagen in Folge, keine Minute Sonnenschein, Nebel mit filigranen Nebelfrost- ablagerungen. Kältester Tag des Monats der 9.Februar, Tagesmitteltemperatur minus 7,5°C, Minimum an diesem Tag minus 8,4°C.
Die zweite Hälfte von Erikas Herrschaft dann unsere Region eher unter dem Einfluss erwärmter, kontinentaler Subpolarluft. Vom 13. bis 16. Februar knapp 34 Stunden Sonnenschein, am 14. und 15.Febraur zwei völlig wolkenlose Tage, wahres Balkonwetter.
Am 14. stieg die Temperatur von morgendlichen minus 4,4°C auf plus 7,1°C, der wärmste Tag des Monats folgte am 16.Februar, Maximum 9,0°C bei einem Tagesmittel von 4,9°C.
Tief Pierre beendete am 17. Februar mit einem Schwall maritimer Subpolarluft die vorfrühlingshafte Stimmung.

Es gab auch noch einmal eine dünne Neuschneedecke, welche das letzte Langlaufwochenende noch absicherte. Allerdings nicht mehr viele Leute unterwegs, obwohl fast Topp-Bedingungen.
Den allerletzten Langläufer sah ich dann am 21.Februar hier oben auf dem Bornhügel, im Regen…
In der letzten Februarwoche setzte sich nach langer Zeit wieder einmal eine klassische zyklonale Westlage durch, stramme Westströmung, auch als sogenannte „Westrutsche“ bezeichnet.

Es war richtig Schwung in der Atmosphäre, Tiefdruckgebiete fast im Tagestakt. Qerkin, Rolf, Stefan, Thomas – die Namen wechselten wirklich fast täglich. Regen, Nebel, Sturmböen – vor allem Tief Thomas, ebenfalls ein sogenannter „Schnellläufer“ wurde anfangs was den Wind betraf als Nachfolger von Egon gehandelt.
Er blieb dann doch eine Windstärke hinter Egon zurück. Seine mitgeführte atlantische Subtropikluft plus Regen versetzte allerdings an diesem 23. Februar der Schneedecke den entscheidenden Hieb.
Die knapp 10 Zentimeter Neuschnee am letzten Monatstag retteten nun auch nichts mehr, der Untergrund viel zu nass.
Letztendlich im Februar, wie im gesamten Winter, über weite Strecken wenig Niederschlag. 74 Liter pro Quadratmeter, davon 62 innerhalb der Westrutsche zum Monatsende.

Es gab seit 1987 nur drei Winter (wir nehmen hier mal nur die drei klassischen Wintermonate) in denen es so wenig Niederschlag gab: 1995/96, 2013/14 und diesen, alle im Bereich zwischen180 und 190 Liter pro Quadratmeter.

Der Februar vor allem jedoch ein sehr milder Wintermonat, Durchschnittstemperatur nur minus 0,2°C, eine Abweichung von plus 2,8°C gegenüber dem klimatologischen Mittel. In der Rangfolge seit 1940 bedeutet es zusammen mit 1980 und 1989 Platz 16. Sonnenscheindauer immerhin 64 Stunden, 84% vom Mittelwert.


Die restlichen Klimawerte, in Klammern wie immer die langjährigen Mittel:
Frosttage 20 (24), Eistage 8 (13), relative Luftfeuchte 90% (90), Bedeckungsgrad 79% (78), 23 Tage mit Nebel oder Nebeltreiben (21), Tage mit Böen der Windstärke sechs 10 (16), der Stärke acht 5 (5) – und diese alle in den letzten sieben Tagen des Februar!
Und der März? Beginnt mit Aprilwetter, bleibt erst einmal in dieser Richtung wechselhaft.
Und die Flocken vom heutigen 2.März werden hier oben sicher nicht die letzten gewesen sein. Erträglich – wenn sich danach langsam ein warmes Frühlingshoch zeigen würde.