Witterungsrückblick November 2016

Ein fast repräsentativer November

von Rüdiger Manig, Wetterstation Neuhaus/Rwg.

Ein fast repräsentativer November

Gleichfalls wie der Oktober auch der dritte Herbstmonat über weite Strecken eher eine geruhsame Geschichte. Genauso langweilig war er dann allerdings doch nicht, zumindest zwei markantere Wetterlagen gab es im Verlauf des Monats.

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19 Fotos (Rüdiger Manig )

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Einerseits der erste stärkere Schneefall zum Ende der ersten Dekade und dann die schon recht heftige Glatteislage vom 15. zum 16. November. Zumindest drei stürmische Tage folgten bis Ende der zweiten Dekade, von einem richtigen Herbststurm konnte man hier allerdings immer noch nicht sprechen.
Zumindest wurde nach annähernd drei (!) Monaten wieder einmal in Böen die Windstärke 8 erreicht.

Der November begann recht sonnig, an Allerheiligen immerhin 6,2 Stunden Sonnenschein. Und da fällt einem immer die schöne Bauernregel ein: „Allerheilligen klar und helle sitzt der Winter auf der Schwelle.“ Gut, es hat gepasst.
Nach zunehmender Nebelneigung dann ab dem 7. November das erste, richtig weiße Intermezzo hier oben. Drei Eistage in Folge, es fielen insgesamt 23 cm Neuschnee, wovon am späten Nachmittag des 8. November die 5 cm in einer Stunde hier in Neuhaus den Verkehr mehr oder weniger zum Stehen brachten.
Zwei Tage später die maximale Schneehöhe von 16 cm. Das sehr kleine Tief HUSCH lag direkt über Deutschland, wir dabei an seiner milderen Seite.
Die Schneehöhen in Norddeutschland örtlich viel beeindruckender, lokal bis zu 26 cm. Den ersten richtig knackigen Frost bescherte uns Hoch SIEGFRIED, an seiner Westflanke strömte kontinentale Polarluft in unsere Region.
Neben zwei sehr sonnigen Tagen (am 14. November 8,2 Stunden, der sonnigste Tag des Monats) sank in den Nächten die Temperatur bis auf minus 7,3°C. In den Tallagen noch etwas tiefer, in Steinach am Vogelsberg zum Beispiel bis auf minus 9,6°C. Mit einer Tagesmittel- temperatur von minus 5,6°C der 13. November der kälteste Tag des Monats.

Hoch SIEGFRIED verzog sich dann doch recht schnell nach Osten, am 15. griff dann bereits die Warmfront des Sturmwirbels LAURA von Nordwesten her auf Deutschland über.
Situation in Südthüringen am Morgen des 15. November: Während am Boden noch die kalte Polarluft vorhanden war betrug die Temperatur der in der Höhe herangeführten milden Meeresluft bis zu plus 4°C. Und das in einer Schicht von zwei Kilometer. Die Folge: Bei minus 4°C hatten wir hier auf dem Bornhügel zeitweise sogar mäßigen, gefrierenden Regen!
Schnell bildete sich eine zusammenhängende Glatteisdecke, welche stellenweise trotz der bereits am Abend über dem Gefrierpunkt gestiegenen Temperatur noch am nächsten Morgen vorhanden war. Nachfolgend fünf Nebeltage am Stück, kein Sonnenstrahl, die letzten Schneereste verschwanden am 19.November.
Jedoch – seit langer Zeit war wieder einmal Leben in der Atmosphäre. Die Sturmtiefs MIRJA und NANNETTE brachten an drei Tagen zumindest Böen der Windstärke 8. Klingt jetzt nicht dramatisch und ist es ebenfalls auch nicht. Aber – es waren die überhaupt ersten Tage in dem nun zu Ende gegangenem Herbst!
Dazu eine kleine Rarität für diese Jahreszeit: Am Morgen des 18. November kam es präfrontal der heranziehenden Kaltfront des Sturmtiefs MIRJA hier oben auf dem Bornhügel zu einem Hagelschauer. Schnell zog wieder Ruhe ein, dazu mit einer südwestlichen Strömung sehr milde Subtropikluft.
Vom 21. bis zum 23. November fantastische Sonnenaufgänge, dazu am 23. das Highlight des Monats. In dieser sehr milden Luftmasse, bei über vier Stunden Sonnenschein und nur schwachem Wind stieg die Temperatur auf 16,3°C – absoluter Rekord für die letzte Novemberdekade.
Der bisherige Höchstwert lag bei (nur) 12,7°C, im Sport würde man sicher von einer Pulverisierung sprechen. Zum Monatsende kaum Niederschlag, viel Nebel – bis auf die letzten drei Tage. Nochmals erreichte uns eine knackige Luftmasse, dieses Mal an der Westflanke von Hoch UWE direkt aus Norden maritime Artkikluft.
Zu Sonnenaufgang am 29.November mit minus 8,2°C das Monatsminimum, am Erdboden sogar minus 11,2°C. Im Mittel der kälteste Tag blieb aber der 13. November, 8,0 Stunden Sonnenschein ließ die Temperatur am vorletzten Monatstag bis knapp an die Null Grad steigen. Und zum Monatsabschied gab es ein fantastisches Abendrot in glühender Intensität.

Die Klimawerte, in Klammern die Abweichung bzw. die langjährigen Mittel: Durchschnittstemperatur 0,7°C (+0,2), Niederschlag 78 Liter pro Quadratmeter ( -5%), Sonnenscheindauer 44,9 Stunden ( -8%).
Frosttage 19 (16), Eistage 8 (6), Tage mit in Böen Windstärke sechs 12 (16), der Windstärke acht 3 (4). Relative Luftfeuchte 91% (94), Bedeckungsgrad 84% (83), dazu 22 Tage mit Nebel oder Nebeltreiben (25).