Witterungsrückblick Juli 2016

Beständig unbeständig

von Rüdiger Manig, Wetterstation Neuhaus/Rwg.

Beständig unbeständig

Der zweite Sommermonat offenbarte eine große Analogie zum ersten – obwohl deutlich zu warm hinterließ er einen sehr bescheidenen Eindruck. Zumindest nach den Äußerungen vieler lieber Mitmenschen zu urteilen.

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10 Fotos (Rüdiger Manig )

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Letztendlich – es war ein ganz normaler mitteleuropäischer Sommermonat. Ich selbst habe den Juli nicht als unangenehm empfunden, vor allem die zweite Monatshälfte. Ab dem 16.Juli sank die Temperatur nicht mehr unter 10°C, die Durchschnittstemperatur dieses Zeitraumes lag bei 18,4°C! Es war einfach angenehm mild. Natürlich sieht das jeder etwas anders – es ist ja auch sehr stark interessenabhängig.
Gegenüber der Referenzperiode 1961 – 1990 fiel der Juli mit einem Temperaturmittel von 15,4°C um 2,1°C zu warm aus. Das bedeutet Platz 19 in der Rangliste seit 1940, seit Bestehen der Wetterstation war es immerhin der siebent wärmste Juli.
Der Juli begann sehr verhalten. Nach Durchzug der Kaltfront des Tiefs OLIANE am 2.Juli (in Steinach Frostgraupelschauer) lieferten die beiden Zwischenhochs YOGI und ZACHARIAS nach längerer Zeit wieder einmal ein paar trockenere Tage. Allerdings in maritimer Polarluft – die Nächte waren dementsprechend frisch. Tiefsttemperaturen zwischen 6 bis 8 °C, in den Tallagen teils unter 5°C. Es folgte Hoch AXEL – und mit ihm endlich wieder richtiges Sommerfeeling. Südeuropäische Tropikluft, Tagesmitteltemperaturen von 20°C und am Sonntag dem 10.Juli ein Maximum von 25,0°C – es war einfach ein fantastisches Wochenende. Der folgende Montag begann fast tropisch – mit einem nächtlichen Minimum von 19,0°C wurde eine typische Tropennacht nur knapp verfehlt. Am späten Nachmittag wurden noch einmal knapp 25°C erreicht – dann beendete jedoch die Kaltfront des Tiefs TIBA dieses leider zu kurze hochsommerliche Intermezzo. Die Kaltfront selbst war kaum wetterwirksam, lediglich ein halbwegs markanter Temperatursturz um 8°C verbunden mit einer Böe der Windstärke sieben – mehr Aufregung gab es nicht. Allerdings – die maritime Polarluft hatte uns wieder. Ereignisreicher 13. Juli – im Laufe des Tages wurden wir von insgesamt sieben Gewittern gestreift beziehungsweise überquert, bis auf einen Frostgraupelschauer gab es jedoch nichts Erwähnenswertes. Herbstlich der 14. und 15. Juli, Mitteltemperatur gerade einmal dürftige 9°C, kaum Sonne, Regen, morgens bescheidene 7°C.
Wenn man so will war es die Talsohle des Monats, von nun an ging es bergauf. Vor allem temperaturmäßig – andererseits gab es wiederholt intensivere Niederschläge. Bis zum 20. Juli dominierte Hoch BURKHARD das Wettergeschehen – und brachte uns den wärmsten Tag des Monats. Südosteuropäische Subtropikluft am 20. Juli – bei 14,0 Stunden Sonnenscheindauer wurde eine Höchsttemperatur von 27,2°C registriert. Der schönste Tag des Monats – und es folgten die sieben interessantesten Tage. Natürlich aus meteorologischer Sicht gesehen – täglich Gewitter mit teils sehr starken Schauern. So zum Beispiel am Mittag des 21. Juli, hier fielen innerhalb von 15 Minuten 12 Liter pro Quadratmeter. Kürzer aber viel heftiger ein Schauer am Nachmittag des 26. Juli – hier kamen innerhalb drei Minuten 7,5 Liter pro Quadratmeter vom Himmel. Der Schwellenwert für einen sehr starken Schauer liegt für diesen Zeitraum definitionsgemäß bei 2,5 Liter pro Quadratmeter. Trotz der täglichen Schauer und Gewitter in der meist vorherrschenden subtropischen Luft – es war keine unfreundliche Woche. Geschuldet sicher der feuchtwarmen, milden Luft und obendrein immer wieder einige Sonnenstunden. Es gibt schlimmere Wetterlagen. Und zumindest den Schwarzen Beeren hat der Witterungsverlauf mehr als gut getan – es gibt sie ja einfach in Massen.
Im Laufe des Juli summierte sich die Niederschlagsmenge auf 105 Liter pro Quadratmeter (davon der überwiegende Anteil in der letzten Dekade) – was ziemlich exakt der zu erwartenden Niederschlagsmenge entspricht.
Auch wenn es keinen Tag ohne Sonnenschein gab – am Monatsende fehlten etwa zehn Prozent zum klimatologischen Mittelwert. In der Summe 182 Stunden, an immerhin 17 Tagen waren es mehr als 5 Stunden.
Die restlichen Klimawerte, in Klammern die langjährigen Mittel:
15 Bergsommertage (13), 8 Gewittertage (7), 9 Tage mit Nebel oder Nebeltreiben (14), relative Luftfeuchte 78% (77), Bedeckungsgrad 61% (65), an 10 Tagen Böen der Windstärke sechs (11), an keinem Tag wurde die Windstärke acht erreicht (ein Tag).