19. Juni 2016

80 Jahre Röhrenwerk - Heimatheft und zwei Ausstellungen erinnern an die Betriebsgeschichte

von Tobias Rosenbaum

80 Jahre Röhrenwerk - Heimatheft und zwei Ausstellungen erinnern an die Betriebsgeschichte

Ein Jubiläum von einem Betrieb zu feiern, den es seit einem Vierteljahrhundert - genauer gesagt seit 35 Jahren, der Einstellung der Röhrenproduktion - nicht mehr gibt, ist Normalerweis nicht üblich, aber in Neuhaus am Rennweg ist das anders.

BILDERSCHAU

7 Fotos (Tobias Rosenbaum)

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Das schon lange nicht mehr existierende „Röhrenwerk“ ist bis heute an vielen Stellen präsent. In den Köpfen der Bürger, in den noch vorhandenen Strukturen im Gewerbegebiet Bornhügel und vor allem in den ausgegründeten Firmen, die das Kerngeschäft und einzelne Fachbereiche bis heute erfolgreich weiterführen.

Dieses Jahr ist die Gründung des „Röhrenwerks“ 80 Jahre her und das ehemalige Betriebsgelände ist bis auf wenige Ausnahmen wieder wirtschaftlich ausgelastet.
Das sind zwei Gründe noch einmal an das Werk zu erinnern, das die Stadt Neuhaus am Rennweg massiv geprägt hat. So sahen es der Heimatverein Neuhaus am Rennweg, der Förderverein Geißlerhaus und die Stadt Neuhaus am Rennweg, die in Kooperation das Röhrenwerksjubiläum planten und durchführten.

Schwerpunkt Nummer eins ist eine Sonderausgabe des Neuhäuser Heimatheftes. Es beinhaltet auf 148 Seiten unter anderem die Geschichte der Werksgründung, die frühe Röhrenproduktion, die Einführung der Transistorenfertigung, die Liquidation nach der Wende und den erfolgreichen Neubeginn.
Hauptautoren waren Günter Dörfel für den Bereich Rundfunkröhren und Eberhard Dienel für den Bereich Halbleiterbauelemente, den er als Bereichsleiter seit der Einführung in Neuhaus begleitet hat. Ebenfalls Mitwirkende waren Tobias Rosenbaum, Hermann Schaedel (beide Redaktion), Hermann Knauer und Dietrich Murkowitz.


Zweiter Schwerpunkt ist die Sonderausstellung „1936 – 1981, Rundfunkröhren aus Neuhaus – ein Querschnitt“ im Museum Geißlerhaus.
Hier haben Mitglieder des Fördervereins, allen voran Museumsmitarbeiter André Richter und Günter Dörfel, Röhren verschiedenster Bauart zusammengetragen, beschrieben und ausgestellt. Auch seltene Exemplare werden dank Leihgaben gezeigt.

Dritter und letzte Schwerpunkt ist die Ausstellung „Wir Röhrenwerker… Erinnerungen“ im Museum Neuhaus am Rennweg im „Haus des Gastes“ am Marktplatz. Wie der Titel schon sagt, sollen hier Erinnerungen geweckt werden.
Über 100 Bilder geben Einblicke in das Leben rund um das „Röhrenwerk“.
Ein Höhepunkt ist ein Blick auf das gesamte Betriebsgelände der 80er Jahre aus der Vogelperspektive.
Unter Leitung von Christel Blechschmidt entstand Mithilfe von Dietrich Murkowitz, Carsten Kundt und Nicola Höhn sowie vielen ehemaligen Röhrenwerkern diese Bilderausstellung.
Ein Dank geht auch an den Heimatverein, der die Installation dieser Ausstellung finanziert hat.

Am 27. Mai wurden in einer Festveranstaltung sowohl das Heimatheft, als auch die beiden Ausstellungen erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Neben dem stellvertretenden Landrat Hans-Peter Schmitz und Bürgermeisterin Marianne Reichelt, nahmen auch zahlreiche „Röhrenwerker“ teil und schwelgten in Erinnerungen.

Das Neuhäuser Heimatheft „Das „Röhrenwerk“ in Neuhaus am Rennweg“ ist in verschiedenen Geschäften, in der Touristinformation Neuhaus oder beim Heimatverein Neuhaus (03679 / 72 2190) erhältlich, es kostet 8,90 €.

Die Sonderausstellungen können zu den Öffnungszeiten der Museen besucht werden. (Mittwoch bis Samstag: 14:00 bis 17:00 Uhr, Sonntag: 14:00 bis 16:00 Uhr, Gruppen auch außerhalb der Öffnungszeiten auf Voranmeldung 03679 /72 31 43 oder 72 69 702)