Witterungsrückblick März 2016

Hoch ist nicht gleich Hoch

von Rüdiger Manig, Wetterstation Neuhaus/Rwg.

Hoch ist nicht gleich Hoch

Weite Teile des März waren von Hochdruckeinfluss geprägt – was man jedoch nur selten bemerkte. Vom 09. bis zum 24.März – mit kleiner Unterbrechung am 20./21. – standen wir unter dem Einfluss von Hoch JOACHIM.

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22 Fotos (Rüdiger Manig )

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Allerdings - nur vereinzelt bekamen wir etwas von der goldenen Seite eines Hochs zu spüren, die Tage konnte man an einer Hand abzählen, vorherrschend war spätwinterliche Tristesse, kein Aufkommen etwaiger Frühlingsgefühle.

Begonnen hatte der Monat noch unter Tiefdruckeinfluss, Tief ALOISIA und nachfolgend BIANCA brachten täglich Niederschlag in Form von Regen, Schnee oder Reifgraupel. Nachts leichter Frost, tagsüber Temperaturen leicht über der Null, die karge Schneedecke verkümmerte trotz etwas Neuschnee zusehend weiter.

Überraschung aber am Montagmorgen dem 07. – in der Nacht hatten durch den Tiefdruckwirbel BIANCA hervorgerufene Schauer einen Neuschneezuwachs von 12 cm gebracht, die Schneehöhe betrug nun 26 cm – Langlauf nochmals möglich und bereits am Tag darauf waren die Loipen wieder gespurt.
Nur geringer Wind in diesen Tagen und Hoch JOACHIM brachte sich erstmals am 9.März als blockierendes Hoch zur Geltung – mit über sieben Stunden Sonnenschein. Allerdings – das war es dann schon wieder, vorrangig herrschte nun wieder die bekannte Tristesse.
Dauerfrost vom 11. bis zum 16., einzelne, kleinräumige um das nördlich von uns liegende Hoch herumgeführte Kaltlufttropfen brachten geringfügige Niederschläge, dazu viel Nebel in der maritimen Polarluft.

In der Nacht zum Sonntag dem 13.März brachte ein solcher Kaltlufttropfen (Höhentief) stärkeren gefrierenden Sprühregen, stellenweise bildete sich eine gefährliche Glatteisdecke.
Nachweisbar war dieser Kaltlufttropfen nur durch Messungen der Radiosonde in Meiningen – dort gab es in 1500m Höhe einen geringen Temperaturrückgang auf minus 5°C.
Eine ebenfalls am Südostrand von JOACHIM von Norden her durchziehende Okklusionsfront bescherte uns am 15. noch einmal einige Zentimeter Neuschnee, weiterhin noch akzeptable, wenn auch nicht uneingeschränkte Wintersportbedingungen.

Für zwei Tage – 17./18.März – bestimmte dann trockenere, erwärmte kontinentale Polarluft das Wetter hier oben im Schiefergebirge. In der Summe knapp 21 Stunden Sonnenschein, der 18. wurde mit einer Mitteltemperatur von 4,1°C der wärmste Tag des Monats, das Maximum von 10,4°C indessen mit weitem Abstand die Höchsttemperatur im März. Das zweithöchste Maximum lag bei bescheidenen 7,0°C am Karfreitag.

Nachfolgend wieder Einzug der grauen Tristesse, bis zum 24. leichter Frost und tagsüber Maxima von 1 bis 4°C, das gewohnte Niederschlagsgemisch aus Sprühregen, Schneeflocken und Reifgraupeln.
Am 25. bekam die Schneedecke erste größere Lücken, am Karfreitag drehte ich meine letzte kurze Runde mit den Langläufern.
Die Ostertage selbst im Einflussbereich der beiden schwächeren Tiefs HEDI und IRMGARD eher trüb mit etwas Regen und wenig Sonne, erst am Ostermontag kam dann wieder Bewegung in die Atmosphäre.
Schon tagsüber frischte der Wind immer mehr auf, die Kaltfront des vom Ärmelkanal nach Norwegen ziehenden Sturmtiefs JEANNE erreichte uns in den Abendstunden.
Exakt zur klassischen Tagesschauzeit überquerte diese unsere Region, dabei eine Böe von 24,4 m/s (bei 24,5 beginnt Windstärke 10) und ein kurzes Gewitter mit kleinkörnigem Hagel.

Zum Monatsende war die Schneedecke bis auf einzelne Flecken Schnee von gestern und der Matsch hatte uns wieder.
Die Klimawerte des März 2016, in Klammern die langjährigen Mittelwerte: Kältester Tag war der Monatserste mit einem Mittel von minus 3,9°C und einer Tiefsttemperatur von minus 5,7°C, am 9.März sank am Morgen die Temperatur direkt auf der Schneedecke auf minus 15,3°C.

Durchschnittstemperatur des März minus 0,2°C (minus 0,3°C), Niederschlagssumme 68,2 (91,7)Liter pro Quadratmeter, Sonnenscheindauer nur 54,7 (99,5) Stunden.
Frosttage 25 (19), Eistage 7 (7), Tage mit Nebel/Nebeltreiben 28!(20), relative Luftfeuchte 92% (85), Bedeckungsgrad 83% (74), an nur 11 Tagen (16) gab es Böen der Windstärke sechs, an 2 Tagen (4) der Windstärke acht.

Die 9 Zentimeter Neuschnee in Begleitung von stürmischen Nordostwind am heutigen Morgen des 1.April sicher noch einmal ein kleiner Dämpfer und für einige eine Überraschung.
Bei unserem ehemaligen Mitarbeiter Andreas Möller in Lichtenhain/Bergbahn betrug die Schneehöhe – bedingt durch den Nordoststau - sogar 12 Zentimeter.
Zugleich konnte er eine deutlich höhere 24stündige Niederschlagsmenge messen – 25 Liter pro Quadratmeter gegenüber den 15 hier in Neuhaus. Der größere Anteil fiel hier als Regen, welcher vor Beginn des Schneefalls noch eine Zeitlang als gefrierend daher kam.