Witterungsrückblick Februar 2016

Viel Auf und Ab mit wenig Weiß und Highlight Susanna

von Rüdiger Manig, Wetterstation Neuhaus/Rwg.

Viel Auf und Ab mit wenig Weiß und Highlight Susanna

Nach Dezember und Januar war auch der dritte Wintermonat mehr oder weniger ein Reinfall. Nicht diese extreme Milde wie im Dezember – aber ähnlich wie im Dezember setzten sich immer wieder Südwest-Westlagen durch, Kaltluft blieb die Ausnahme. Sehr viel Niederschlag – 238 Prozent vom Mittelwert – der meiste jedoch in flüssiger Form.

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13 Fotos (Rüdiger Manig )

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Zusammengerechnet fielen, was erst einmal recht positiv klingt, immerhin 72 cm Neuschnee. Die maximale Schneehöhe dagegen nur 28 cm, es war ein ständiges Auf und Ab mit drei Talsohlen.

Nach noch mageren 11 cm zu Monatsbeginn sorgte eine Warmfrontwelle des Tiefs NORKYS mit Regen und sehr milder Meeresluft dafür dass davon einen Tag später nur noch Flecken übrig blieben.
Hoffnung am 4.Februar – ein flaches Wellentief brachte tagsüber 14 cm Neuschnee – von welchem drei Tage später wieder nur große Flecken übrig blieben. Dazu frostfrei vom Nachmittag des 5. bis in die späte Nacht des 9.Februar.

In dieser Nacht überquerte uns die Kaltfront des Tiefs SUSANNA – eines der wenigen meteorlogischen Highlights des Monats. Die Front hatte sich mit sehr starkem Druckfall angekündigt – 12 Hektopascal in 6 Stunden.
An der Front hatten sich einige Gewitter ausgebildet und Richtung Nord-Nordost beobachtete unsere Mitarbeiterin von Schmiedefeld aus über eine Stunde lang Wetterleuchten, wenn man so will das „Highlight“ des Monats.

Bei Frontdurchgang selbst war hier keines mehr zu registrieren, nur ein starker Schnee- und Graupelschauer begleitet von Böen der Windstärke 9.
Es folgten vier Eistage in Folge, die Schneedecke erhöhte sich peu à peu auf 18 cm, letztlich ruhiges Winterwetter bis zum 19. Februar. Der darauffolgende Samstag begann wieder einmal verheißungsvoll.
Die Okklusionsfront des Tiefs XIN brachte mäßigen Schneefall mit zeitweisem Schneetreiben, bis zum Nachmittag erhöhte sich die Schneedecke auf 28 cm.
Allerdings - bereits 24 Stunden später war dies fast alles schon wieder Schnee von gestern.
Bereits in der Nacht zum Sonntag stieg die Temperatur über den Gefrierpunkt, der Schnee ging in Regen über – am Morgen betrug die 24stündige Niederschlagssumme 31,4 Liter pro Quadratmeter, Monatsmaximum.
Diese Wetterlage zeigte dabei wieder einmal bemerkenswert den Staueffekt des Thüringer Schiefergebirges.
Im gleichen Zeitraum fiel im Lee im Raum Rudolstadt kaum ein Tropfen, zumindest gab es keinen messbaren Niederschlag. Hier oben hingegen machte die einfließende milde Luft subtropischen Ursprungs wieder einmal der Schneedecke den Garaus.

Bei Temperaturen von über 6°C, Vorhängen aus dickem Sprühregen in Begleitung von starkem Westwind hatte sich das Thema Langlauf wieder sehr schnell erledigt, am Montag zur Mittagszeit lagen bereits wieder nur die schon erwähnten weißen Flecken… Zunächst letzter Anlauf dann am 23.Februar. In der Nacht bewegte sich eine noch im Zusammenhang mit Tief XIN stehende Luftmassengrenze als sogenannte Anakaltfront langsam nach Süden. Anakaltfront – in der Höhe gleitet wärmere Luft auf und erzeugt ein Niederschlagsgebiet.
Langsam aber stetig verdrängte jedoch am Boden die maritime Polarluft die davor liegende milde subtropische Luft. Bis zum Abend fielen 13 cm Neuschnee, bis zum Monatsende kamen noch einige wenige hinzu.
Ein sehr ruhiges Monatsende mit dem wohl doch zweiten Highlight des Monats. Hoch HANS bescherte uns am letzten Samstag des Februar mit exakt 10 Stunden Sonnenschein (fast ein Drittel der Monatssumme) und strahlend blauem Himmel einen versöhnlichen Abschluss.
Umso so schöner dass es an einem Wochenende war.
Alle Klimawerte, in Klammern die langjährigen Mittelwerte: Temperatur -0,9°C (-3,0°C), Niederschlag 181,7 Liter pro Quadratneter (76,3), 33,6 Stunden Sonnenschein (75,2).
Relative Luftfeuchte 95 % (90), Bedeckungsgrad 84% (78), Tage mit Nebel oder Nebeltreiben 21 (21), 17 Tage mit Böen der Windstärke sechs (16), 7 Tage mit Böen der Windstärke acht (5), die mittlere Windgeschwindigkeit etwa 10% über dem Mittel.

Es gab 23 Frosttage (24) und 15 Eistage (13), die höchste Temperatur wurde am 1.Februar mit 7,1°C gemessen und die tiefste am 19. mit minus 6,8°C, in Steinach am Vogelsberg betrug sie minus 7,9°C.

Eine endgütige Winter“abrechnung“ für unsere Region erst nach Ablauf des Märzes, da dieser ja immer noch einige Überraschungen in petto haben kann. Und Ostern steht dieses Jahr wieder sehr zeitig im Terminkalender.
Dessen ungeachtet kann man aber bereits jetzt sagen das es seit 1987 zumindest sechs Winter gegeben hat in denen noch weniger Neuschnee gefallen ist und fünf, in denen es noch weniger Tage zum Langlauf gegeben hat.