12. April 2015

Ein meist ruhiger Monat mit stürmischem Abgang

von Rüdiger Manig, DWD, Wetterwarte Neuhaus/Rwg.

Ein meist ruhiger Monat mit stürmischem Abgang

Wie es sich zu Monatsbeginn bereits andeutete war der letzte Wintermonat über weite Strecken durch mehr oder weniger starken Hochdruckeinfluss geprägt, mit einigen kleinen Schönheitsfehlern.

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21 Fotos (Rüdiger Manig )

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Die ersten drei, vier Tage brachten durch Tief ZACHARIAS bis zu 12 cm Neuschnee, Gesamtschneehöhe 52 cm, und die Wintersportbedingungen verbesserten sich für einige Tage noch einmal deutlich.
Ab dem 05.März jedoch begann von Westen her Hoch KARIN ihre Fühler nach Mitteleuropa auszustrecken, vom 07. bis zum 10. allein knapp 34 Stunden Sonnenschein.
Der Frauentag war der einzige Sonntag im März überhaupt an dem sich die Sonne blicken ließ und dies über acht Stunden lang, die restlichen Sonntage versumpften alle im Grau.
Am gräulichsten sicher der 22.März - bei tagsüber bis auf minus 3,5°C sinkender Temperatur dichter Nebel plus gefrierendem Sprühregen. Sonnigste Wochentage im März übrigens mit jeweils über 29 Stunden der Montag (!) und der Mittwoch. KARIN verschwand bereits am 10. nach Osten und fast nahtlos übernahm LUISA das Zepter.
Allerdings wurde durch die Lage von LUISA mit einer nordöstlichen Strömung vorwiegend feuchte maritime Polarluft zu uns gelenkt, erst am 16. gab es wieder einen Tag mit viel Sonnenschein.
LUISA hatte sich auf bemerkenswerte 1054 hPa verstärkt und über Mitteleuropa drehte die Strömung auf Südost, am 18. stieg die Temperatur bei fast wolkenlosem Himmel in trockener, osteuropäischer Festlandsluft auf beachtliche 13,0°C.
Vom 16. bis zum 20. eine Sonnenscheinsumme von fast 52 Stunden und am Tag der partiellen Sonnenfinsternis wurde bereits der Durchschnittswert für einen März erreicht.
Zur Finsternis selbst war es bis auf vereinzelte Cirren völlig wolkenlos, und vom Temperaturverlauf her war zu beobachten wie im Laufe der Bedeckung die Temperatur statt wie gewöhnlich weiter anzusteigen um 1,2°C zurückging.

Mittlerweile hatte Hoch NATASCHA die Regie übernommen, kurz von Tief HORST gestört - welcher uns auch den grauslichen 22.März bescherte – brachte sie uns am 25. kurz vor ihrem gänzlichen verschwinden und in Zusammenarbeit mit von Westen heranziehenden Tiefausläufern den wärmsten Tag des Monats. Tagesmitteltemperatur 7,8°C und ein Maximum von 13,8°C – ein wunderbarer Tag welchen es vom Temperaturniveau her so schnell erst einmal nicht wieder geben wird.
Wurde im Zeitraum 06. bis 26. März an keinem Tag die Windstärke 6 erreicht zu wurde es zum Monatsende umso heftiger.
Wieder traf es einen Sonntag. Am 29.März intensivierte sich der Regen wie auch der Wind (abends in Böen Windstärke 9) im Laufe des Tages kontinuierlich, da halfen auch die relativen milden 5 bis 6 Plusgrade nichts.
Bis zum nächsten Morgen betrug die Niederschlagsmenge 53,1 Liter pro Quadratmeter – eine solch hohe Niederschlagssumme haben wir bisher im März noch nie verzeichnen können.
Die noch am 24.März vorhandene Schneedecke von 20 cm war anschließend nur noch in größeren Flecken vorhanden. Indessen – der Monatsabschluss wurde noch krasser, der letzte Monatstag wurde der stürmischste seit KYRILL im Januar 2007, jedoch ohne vergleichbare Schäden in unserer Region.
Am Morgen 8 cm nasser Neuschnee, welcher bereits mittags durch Temperaturen von über 5°C und den stürmischen Wind so gut wie verschwunden war.
NIKLAS hieß das Orkantief welches uns bereits am Vormittag die Spitzengeschwindigkeit von 112 Kilometer pro Stunde brachte, bei KYRILL waren es 115 Kilometer pro Stunde gewesen.
Bis in die Abendstunden hinein weiter Böen bis Windstärke 9, wieder unter den Gefrierpunkt gehende Temperaturen, jedoch kaum noch Niederschlag.

Der kälteste Tag im vergangenen Monat war Freitag der Dreizehnte mit einer Mitteltemperatur von minus 2,5°C, absolutes Minimum mit minus 3,8°C dagegen am Sonntag dem 22.März.
Deutlich zu mild fiel der März aus, eine Mitteltemperatur von 1,8°C bedeutet eine positive Abweichung von 2,1°C gegenüber dem klimatologischem Mittel sowie Platz 23. in der Rangliste seit 1940.
Jedoch entsprechen die 20 Frosttage von der Anzahl her dem Durchschnitt seit 1987, statt der aufgetretenen vier Eistage kann man dagegen von durchschnittlich sieben ausgehen.

Über weite Strecken ein sehr trockener Monat, erst die letzten drei Tage Erhöhten die Monatssumme deutlich von 39 auf 121 Liter pro Quadratmeter, ein Plus von 32 Prozent.
An 15 Tagen gab es keinerlei messbaren Niederschlag. Wie Temperatur und Niederschlag auch die Sonne im Plus – 142 Stunden schien sie im März, 100 Stunden sind der Durchschnittswert.

Die Summe des gefallenen Neuschnees im Winter 2014/15 wird sich mit dem nun Anfang April gefallenem auf über 250 cm summieren und somit gab es in den letzten 11 Jahren nur zwei Winter in dem weniger Schnee gefallen ist – letztes Jahr sowie 2006/07.

Die restlichen Klimawerte, in Klammern die Durchschnittswerte seit 1987: Relative Luftfeuchte 83% (85), Bedeckungsgrad 69% (74), Tage mit Nebel 20 (20), Tage mit in Böen Windstärke sechs 11 (16), mit in Böen Windstärke acht 5 (4).