Witterungsrückblick Februar 2015

Ein Wintermonat wie man sich ihn (fast) wünscht

von Rüdiger Manig, DWD, Wetterwarte Neuhaus/Rwg.

Ein Wintermonat wie man sich ihn (fast) wünscht

Wie nach den Prognosekarten zu Monatsbeginn erhofft – es wurde ein sehr annehmbarer und über weite Strecken sogar wunderbarer Wintermonat.

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30 Fotos (Rüdiger Manig )

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Die anfangs vorhandene Schneedecke von 60 cm war eine solide Grundlage für den gesamten Monat. In den ersten Tagen sorgten leichte Niederschläge sogar noch für geringfügigen Neuschneezuwachs und bis zum Mittag des 9.Februar herrschte Dauerfrost - ideale Wintersportbedingungen.
Das Tiefdrucksystem MISCHKA I-III verlor ab dem 5.Februar seinen Einfluss auf Mitteleuropa und von Westen streckte langsam Hoch GABRIELA ihre Fühler zu uns aus – und es folgte die lang ersehnte Hochdrucklage mit sehr, sehr viel Sonnenschein in den Kammlagen.
Der kälteste Tag des Monats in reiner Subpolarluft der 6.Februar mit einer Mitteltemperatur von minus 7,2°C und einem Maximum von minus 6,5°C. Die tiefste Temperatur des Februar jedoch erst am folgenden Morgen mit minus 10,2°C.
Und ab diesem Tag begann – mit kleiner Unterbrechung am 9. und 10.Februar – mit 8,2 Stunden Sonnenschein eine wahrlich traumhafte winterliche Periode.
Beeinflussten uns zum Ende der ersten Dekade noch am Rande des westlich von uns liegenden Hochs von Norden her zu uns ziehende schwache Fronten mit gefrierendem Sprühregen so war dies mit Verlagerung des Hochs über uns hinweg nach Osten kein Thema mehr.
Die zweite Dekade brachte eine Sonnenscheindauer von insgesamt 66,7 Stunden – so viel Sonne in einer Dekade gab es im Juli des letzten Jahres.
Und es gab in dieser zweiten Dekade keinerlei messbaren Niederschlag zu verzeichnen.
Solch niederschlagsarme Perioden traten zuletzt im November 2011 und im April 2009 auf. Die Schneedecke setzte und verdichtete sich bis zur Monatsmitte auf 44 cm und langsam wurde die Sehnsucht noch etwas Neuschnee für die Wintersportler größer – stellenweise stumpf werdende Loipen und erste dunkle Stellen an den Skihängen waren der Grund.
Freilich - es war noch etwas Geduld angebracht, Hoch GABRIELA wurde am 15.Februar durch Hoch HANNE und nachfolgend durch ISA abgelöst. Wärmster Tag der 14.Februar – Tagesmitteltemperatur 1,1°C bei einem Maximum von immerhin 8,8°C.
Allein nichts Rekordverdächtiges für Mitte Februar, die Spitzenwerte liegen hier schon deutlich über 10°C. Mit Beginn der letzten acht Tage des Februar schwächelte der Hochdruckeinfluss dann ein wenig und am 23. gab es mit Durchzug der Okklusionsfront des Tiefs ULI endlich den ersehnten Neuschnee – allerdings nur recht bescheidene 6 cm.

Aber besser wie nichts allemal und am 26. folgte dann der sonnenscheinreichste Tag des Monats – 9,8 Stunden konnten wir registrieren und hätten sich nicht einige flache Quellwölkchen ab und zu vor die Sonne geschoben – wir hätten erstmalig in diesem Jahr die 10–Stunden–Marke überschritten.
Für mich war es ein wunderschöner letzter „offizieller“ Wintermonat, der März gehört aber wie der November einfach hier oben mit zum Winter dazu und oft wurden ja die Schneemaxima erst im März erreicht.
Allerdings – so wie Ende Januar war es mir sehr recht – einmal eine richtige Auflage und es bleibt liegen und hin und wieder ein paar Zentimeter obendrauf – jedoch nicht jeden Tag Schnee schaufeln. Ich denke da gibt es bessere Sachen wie man seine Zeit verbringen kann.
Mit einer Durchschnittstemperatur von minus 2,3°C (Abweichung plus 0,7°C) landet der Februar 2015 exakt im Mittelfeld in der Rangliste seit 1940.
Beim Niederschlag allerdings rutschte der diesjährige Februar voll in den Keller. Nur 1966 und 1972 gab es noch weniger Niederschlag als die diesjährigen schon äußerst bescheidenen – aber sehr rückenschonenden - 10,5 Liter pro Quadratmeter.

Für die Sonnenscheindauer gibt es diese lange Vergleichsreihe nicht, die 106 Stunden bedeuten aber ein Plus von 41 Prozent gegenüber dem klimatologischen Mittelwert des Zeitraumes 1961-90. So sonnig im Februar war es zuletzt 2008, dieser war äußerst warm und niederschlagsreich, kein Vergleich zu diesem Jahr.
Die übrigen Klimawerte mit den in Klammern langjährigen Mittelwerten:
Frosttage 28 (24), Eistage 11 (13), Tage mit Nebel oder Nebeltreiben 23 (20), Bedeckungsgrad 66% (78), relative Luftfeuchte 89% (90), Tage mit in Böen Windstärke sechs 11 (16), mit Windstärke acht 2 (5).

Und der nun folgende März – die erste Monatshälfte scheint überwiegend von hohem Luftdruck geprägt – ohne jedoch irgendwelche Rekorde aufstellen zu wollen.