6. Januar 2015

Witterungsrückblick Dezember 2014

von Rüdiger Manig, DWD, Wetterwarte Neuhaus/Rwg.

Witterungsrückblick Dezember 2014

Ein erneut deutlich zu milder Dezember trug wie zehn andere Monate zuvor mit dazu bei – lediglich der August war ja etwas zu kühl ausgefallen – dass das vergangene Jahr das bisher wärmste seit mindestens 1940 hier oben im Schiefergebirge wurde. Und dies sehr eindeutig – mit einer Durchschnittstemperatur von 7,3°C wurden die bisherigen Spitzenreiter 2011 (6,8°C) und 2007 (6,6°C) regelrecht in den Schatten gestellt.

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Ein erneut deutlich zu milder Dezember trug wie zehn andere Monate zuvor mit dazu bei – lediglich der August war ja etwas zu kühl ausgefallen – dass das vergangene Jahr das bisher wärmste seit mindestens 1940 hier oben im Schiefergebirge wurde. Und dies sehr eindeutig – mit einer Durchschnittstemperatur von 7,3°C wurden die bisherigen Spitzenreiter 2011 (6,8°C) und 2007 (6,6°C) regelrecht in den Schatten gestellt.

Ein paar winterliche Impressionen gab es natürlich im ersten meteorologischen Wintermonat – so richtig vom Hocker konnte es einen jedoch nicht reißen.
Die erste Dekade war vor allem noch geprägt von Hoch ROBIN, an dessen östlichem Rand wir anfangs mit drei Eistagen, etwas Schnee, dann aber vor allem Nebel und wunderschönem Raureif bedacht wurden. Den ersten Sonnenstrahl sahen wir am 8.Dezember zur Mittagszeit.
Der darauf folgende Dienstag wurde das sonnige Highlight des Monats. Hoch ROBIN hatte sich nach Südosten verabschiedet und ein kleines Zwischenhoch mit Kern über Bayern brachte uns schon fast fünfzig Prozent der gesamten Monatssumme – 7,4 Stunden Sonnenschein.
Bis einschließlich Heiligabend herrschte dann bis auf eine winzige Ausnahme wieder das Grau in allen Schattierungen vor. Aber - das Grau kam etwas in Fahrt. Mit Orkantief ALEXANDRA stellte sich die Großwetterlage nun hin zu einer straffen Westwindwetterlage völlig um. ALEXANDRA und in Folge die Tiefs BILLIE, DORIS und ENGEL brachten seit dem 22.Oktober erstmalig wieder Windspitzen der Kategorie Beaufort 8 und 9, und mit 20 cm am Abend des 11.Dezember die erste akzeptable Schneehöhe der Saison. Leider nur von kurzer Dauer, vier Tage später waren davon nur noch Flecken übrig.
Tief BILLIE hatte sehr milde Meeresluft im Gepäck und diese ließ die Temperatur bis zum 16. nicht mehr unter den Gefrierpunkt sinken. Wärmster Tag des Monats wurde der 18.Dezember mit eine Tagesmitteltemperatur 4,6°C und einem Maximum von 8,2°C – welches bei anhaltendem Sprühregen und stürmischen Wind in subtropischer Meeresluft nachts um 22:30 Uhr erreicht wurde.
Einen kleinen, milden Rekord brachte uns die II. Dezemberdekade im Schiefergebirge – ein so hohes Minimum von nur minus 1,9°C konnten wir bisher noch nicht verzeichnen.
Es folgten stürmische Tage mit Windspitzen bis Beaufort 9, erst Heiligabend ließ er dann deutlich nach. Der zwischenzeitlich am 17.12. gefallene Neuschnee von 12 cm verabschiedete sich bis Heiligabend wieder fast völlig – es blieben einige klägliche Reste am Waldesrand. Frostig wurde es erst wieder nach Durchzug einer Kaltfront am Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages, dazu gab es einige zaghafte Schneeschauer.
Zumindest waren die beiden Weihnachtsfeiertage die einzigen Tage im Dezember an denen kein Nebel durch den Wald zog.

Zum Jahresende wurde es dann doch noch etwas winterlicher. Erst brachte das südlich vorbeiziehende Tief HILTRUD am 27.12. 10 cm Neuschnee, zapfte dabei frische Nordeuropäische Subpolarluft an und diese bescherte uns am darauffolgenden Sonntag mit einem Minimum von minus 12,3°C und einer Tagesmitteltemperatur von minus 9,8°C den mit Abstand kältesten Tag des Monats. Temperaturen unterhalb der minus 10°C konnten wir zuletzt im März 2013 verzeichnen.
Bedauerlicherweise war es nur ein kurzes Intermezzo, bereits wenige Stunden vor dem Jahreswechsel wurde die 0°C-Marke wieder überschritten – nicht zum Wohle der ersten am Silvestertag gelegten Loipe der Saison. Zumindest charakterisierte der letzte Tag des Monats diesen in weiten Teilen noch einmal recht schön.

Der Dezember 2014 war mit einer Mitteltemperatur von minus 1,0°C um 1,8 Grad zu warm und belegt in der Rangfolge seit 1940 den vierzehnten Platz. Niederschlag gab es ausreichend, 144 Liter pro Quadratmeter bedeuten ein leichtes Plus von 8% gegenüber dem klimatologischen Mittelwert und in der Rangliste einen Platz im oberen Mittelfeld.
Sehr selten war die Sonne zu sehen, an 25 Tagen ließ sie sich überhaupt nicht blicken, an drei weiteren schien sie weniger als eine Stunde. Im gesamten Dezember lediglich 15,4 Stunden, etwa ein Drittel von dem was nach dem langjährigen Mittel zu erwarten wäre.
Die restlichen Klimawerte (in Klammern die Vergleichswerte): Relative Luftfeuchte 97% (94), Bedeckungsgrad 94% (84), Tage mit Nebel/Nebeltreiben 29 Tage (27), 23 Frosttage (26), 12 Eistage (15), 21 Tage mit in Böen Windstärke sechs (19), 10 Tage mit Böen mindestens Windstärke acht (6).

Eines scheint für den Januar 2015 sicher zu sein – es geht sehr abwechslungsreich und bewegt weiter, rein statistisch gesehen steigen ab Mitte des Monats die Chancen für eine handfestere Einwinterung enorm.