14. Dezember 2014

Witterungsrückblick November 2014

von Rüdiger Manig, DWD, Wetterwarte Neuhaus/Rwg.

Witterungsrückblick November 2014

War es im Oktober wenigstens noch Ex-Hurrikan GONZALO welcher für etwas Verve im Wettergeschehen des Thüringer Schiefergebirges sorgte – im November war selbst dies uns nicht mehr vergönnt.

BILDERSCHAU

22 Fotos (Rüdiger Manig)

 Witterungsrückblick November 2014 Witterungsrückblick November 2014 Witterungsrückblick November 2014

Bilder ansehen

Meist sehr, sehr ruhiges Herbstwetter – der Ausdruck „Gammelwetter“ ist naheliegend. Wie im Oktober zwei erste sehr milde Dekaden, Mitteltemperatur 5,5°C und erst beginnend mit dem 19.November näherten wir uns wieder behutsam der Null und etwa der Jahreszeit entsprechenden Temperaturen.
Zu Monatsbeginn setzte sich im Großen und Ganzen die Wetterlage des Oktober fort. Zwischen hohen Luftdruck im Osten – bis zum 08. war Hoch QUINN der Gegenpart zu den starken Tiefdruckgebieten auf dem Atlantik, ab dem 11. blockte bis zum Monatsende Hoch ROBIN vieles ab – lagen wir ähnlich wie im Oktober im Bereich einer Luftmassengrenze.
Vorherrschende Höhenströmung Süd bis Südwest, wobei sich die milde Luft nicht immer bis in tiefere Lagen durchsetzen konnte.
Begonnen hatte der letzte Herbstmonat mit einem Rekord – bei einer Sonnenschein- dauer von 8,1 Stunden wurde ein Maximum von 16,4°C erreicht, der bisherige Höchstwert für den November stammte mit 16,0°C aus dem Jahre 2011. Dazu an diesem Samstag sehr gute Fernsicht und wunderschöne Haloerscheinungen.
An den ersten drei Tagen allein fast 20 Stunden Sonnenschein, etwa dreißig Prozent der Monatssumme. Nachfolgend mehr und mehr Tristesse und vom 5. zum 06. November eines der beiden markanteren Niederschlagsereignisse des Monats.
Tief QENDRESA II ließ die Luftmassengrenze unsere Region überqueren und brachte bei Temperaturen von 8 bis dann noch 4°C 11,5 Liter pro Quadratmeter Regen. Aber weiterhin kein Schnee in Sicht. Ebenfalls am 18./19.November nicht – ein kleines Tief über Tschechien brachte bei 3 bis 4°C 16 Liter pro Quadratmeter Regen. Während es im Erzgebirge eine dünne Schneedecke gab blieb es hier am Morgen des 19. bei einzelnen Flöckchen, gleichfalls als „fameln“ bezeichnet.
Das war es hier oben mit Schnee im November. An diesem Tag konnte ich erstaunlicherweise nochmals direkt am Rennsteig einige frisch gewachsene Pfifferlinge finden – für eine Mahlzeit reichte es jedoch nicht mehr.
Erst in den letzten 10 Tagen sank die Temperatur erstmalig in dieser Saison unter den Gefrierpunkt, jedoch war bis auf etwas Regen mit Sprühregen am letzten Montag weiterer Niederschlag völlige Fehlanzeige. Dennoch – es wurde noch und endlich weiß, zumindest etwas.
Bei leichtem Dauerfrost (Minimum minus 2,4°C)und immer dichter werdendem Nebel (zeitweise nur 25 Meter Sicht!) begann sich ab dem 27. der erste Rauhfrost abzulagern und am 29. war in den oberen Lagen bereits alles sehr schön weiß dekoriert.
Die letzte Dekade war hinsichtlich des Sonnenscheins Hopp oder Top, drei Tagen mit fast astronomisch möglicher Sonnenscheindauer stehen sechs völlig trübe gegenüber, am vorletzten Samstag des Monats war mit 3 Stunden wenigstens der Nachmittag gerettet.
Überhaupt war es wie immer im Herbst bei diesen Wetterlagen oft sehr knapp mit Sonnenschein Ja oder Nein. Blickte man von Norden auf den Thüringer Wald sah man oft diese aufliegende Wolkenbank - und wir hier oben auf dem Bornhügel an deren Kante. Letztlich eine Monatssumme von knapp 64 Stunden – immerhin ein Plus von 30% gegenüber dem klimatologischen Mittelwert.
Die Monatsmitteltemperatur von 3,6°C bedeutet eine Abweichung von plus 3,2°C und Platz 6 in der Rangfolge seit 1940. Platz 10 im gleichen Zeitraum beim Niederschlag – jedoch vom Ende her gesehen.
Es fielen nur spärliche 38 Liter pro Quadratmeter, was im Spätherbst aber leicht zu verschmerzen ist.
Die weiteren Klimawerte, in Klammern die langjährigen Mittelwerte: Relative Luftfeuchte 95% (93), Bedeckungsgrad 73% (83), Nebeltage 25 (25), Frosttage 8 (16), Eistage 4 (6), Tage mit in Böen Windstärke sechs 6 (16), mit Windstärke acht keiner (4).
Beim Eintragen der Windwerte bin ich an einem Tag stutzig geworden, etwas vorüber eigentlich keine Statistik geführt wird. Am 20.November hatten wir gerade einmal eine Wind“spitze“ von nur 3,3 Meter pro Sekunde – sehr wenig. Und ich habe versucht soweit wie möglich – immerhin 15 Jahre – zurück zu schauen ob es das schon einmal gab.
Nein – in den letzten 15 Jahren betrug die geringste Windspitze immer mindestens 4 Meter pro Sekunde, und dies an auch nur 7 Tagen. Somit eine kleine und besinnliche Bestleistung nebenbei.
2014 wird wohl mit Sicherheit das bisher wärmste Jahr überhaupt werden – es sei denn der Dezember fällt um mindestens 4,8°C zu kalt aus, dann wäre Gleichstand mit 2011 erreicht.
Am heutigen letzten Novembertag sieht es nach den Prognosekarten dahingehend nicht aus, wenn gleichfalls sich in der 2.Dezemberkeade eine kältere Witterung einstellen könnte.