1. Mai 2014

Witterungsrückblick März 2014

von Rüdiger Manig, DWD, Wetterwarte Neuhaus/Rwg.

Witterungsrückblick März 2014

Krasser kann ein Monat in zwei aufeinanderfolgenden Jahren sicher nicht ausfallen. Im vergangenen Jahr ein Monatsmittel von minus 3,6°C, dieses Jahr um über 8°C wärmer – plus 4,8°C bedeuten eine Abweichung von 5,1°C gegenüber dem Klimamittel. Wärmster März seit 1940, der erst vor zwei Jahren mit 4,3°C aufgestellte Rekord nachdrücklich in den Schatten gestellt.

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15 Fotos (Rüdiger Manig )

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An 10 bis 12 Tagen gab es schon frühsommerliches Feeling – einerseits von Tagesmaxima über 15°C und wenn diese einmal nicht erreicht wurden gab es immer noch jede Menge Sonnenschein von teilweise über 10 Stunden pro Tag und wenig Wind.

Kurzzeitig war es noch ein kleiner Kampf zwischen Winter und Frühsommer – aber punkten konnte er nur noch punktuell und sporadisch. Schnee war im ersten Frühlings- und hier oben eigentlich letzten Wintermonat kein Thema mehr, und dies war bisher immer eher die Ausnahme.
Noch nie seit Bestehen der Wetterwarte war eine Schneedecke so zeitig bis auf einige Flecken verschwunden – und ohne dass es danach noch einmal einen Nachschlag gab, wie zum Beispiel 2007 mit 30cm zum 23.März. Schon zu Monatsbeginn gab es selbst in den Waldlagen kleinere Lücken – und am 05.März war dann der Status Schnee“decke“ selbst mit viel Fantasie nicht mehr zu halten, letzte Reste verschwanden am 20.März.

Natürlich gab es nachfolgend durch Schauer zwei-, dreimal kurzzeitig eine weiße Überzuckerung, aber so eine richtige Ladung war nicht mehr dabei.

Interessanteste Wetterlage sicher die in der Zeit vom 21. bis 25.März. Am Freitag dem 21. bei fast ungetrübtem Sonnenschein und einer Temperatur von 15°C gefühlt ein regelrechter Föhnsturm – in Böen erreichten wir Windstärken zwischen 8 und 9 – und ein schwerer Tag für alle Allergiker durch heranrauschenden Pollen aus Süddeutschland.
Die nachfolgende Kaltfront, welche die vorhandene subtropische Luftmasse von erheblich kühlerer subpolarer Meeresluft trennte, überquerte uns schleifend am 22. und 23.März, Maximum am Sonntag nur noch 3,4°C. Vier Tage mit nächtlichem Frost folgten, Tiefstwert und Monatsminimum am 26. März mit minus -2,6°C hier oben auf dem Bornhügel. In den Tallagen jedoch deutlich kälter, in Steinach am Vogelsberg immerhin minus 5,7°C.

Ein Hauch von Winter aber bei der klassischen Schauerlage tags zuvor - wenn auch nur eng begrenzt - bereits mittags eine stellenweise geschlossene Schneedecke auf der Straße im Göritzgrund, am frühen Abend dann nochmals ein kräftiger Schneeschauer welcher kurzzeitig alles noch einmal in ein wunderbares Weiß hüllte – ob es in der Form das Letzte war, wer weiß, selbst im Mai haben wir dies ja schon erlebt - beispielsweise am 07.Mai 2004 mit 8cm. Und voriges Jahr am 26.Mai – zum schönsten Sonntagmorgen bei einer Temperatur von knapp über der Null-Grad-Marke eine dünne Schneedecke.

Nach dem nun vielleicht letzten Seufzer des Winters in der letzten Märzdekade wenige Tage darauf am 30. der wärmste Tag des Monats – Durchschnittstemperatur 10,9°C (Juniniveau) und ein Maximum von 17,0°C.
Und war es nun wirklich der letzte tiefere Seufzer dann gibt es noch einen weiteren Rekord – noch nie gab es einen so zeitigen letzten Eistag wie nach dem vergangenen Winter – diesen konnten wir nun bereits am 03.Februar verzeichnen, bisher stand der als letzter Termin ein 21.Februar (2012). Spätester bisher verzeichneter Eistag – ein 28.April ( im Jahre 1989).

Negativer Rekord auch beim Niederschlag – trockenster März in Neuhaus am Rennweg seit 1940. Nur 14,2 Liter pro Quadratmeter entsprechen gerade einmal 16% der durchschnittlich zu erwartenden Niederschlagsmenge. Und allein davon die Hälfte beim Durchzug der oben erwähnten Kaltfront, an 22 Tagen gab es keinerlei messbaren Niederschlag.

Sonnenschein – klar, mit rund 172 Stunden und einem Plus von 72% deutlich über dem Klimamittel, allerdings kein Rekordwert, 2011 waren es sogar noch 30 Stunden mehr.
Alle weiteren Klimaelemente, in Klammern die langjährigen Mittelwerte und noch zwei weiteren Bestmarken: Seit unseren Beobachtungen an der Wetterwarte gab es im März noch nie so wenige Tage mit Nebel – nur 9 (20) und noch nie so wenige Frosttage – ebenfalls nur 9 (20). Eistage 0 (7), Tage mit in Böen Windstärke sechs 11 (16), mit Windstärke acht 2 (4), relative Luftfeuchte 77 % (86), Bedeckungsgrad 54% (75) und mittlere Windgeschwindigkeit 3,8 Meter pro Sekunde (4,3).

Der April beginnt nun wie der März endete – Temperaturen auf Juniniveau, sommerliches Wolkenbild mit dazu passendem Saharastaub. Das Aprilwetter ist eben auch schon lange nicht mehr das was es mal war. Dieses hohe Temperaturniveau wird nun sicher nicht bleiben, die Niederschlagsneigung wird zunehmen (ein Segen allemal) – und ein markanter Kälteeinbruch welcher uns in den letzten Jahren immer wieder getroffen hatte und vieles an Entwicklungsvorsprung in der Natur wegrasiert hatte – dieser ist nach den Prognosekarten vom heutigen 4.April nicht absehbar.

Es kommen ja jetzt schon die Fragen wie nach diesem März der Sommer ausfallen wird – hier ist einfach keine Aussage möglich. Für unsere Region gibt es nur in Bezug auf den August statistisch positive Aussichten – nach einem deutlich zu warmen März folgte oft – aber nicht immer – ein passabler und warmer August. Ansonsten lassen sich keinerlei signifikanten Zusammenhänge herausfinden.