9. März 2014

Witterungsrückblick Februar 2014

von Rüdiger Manig, DWD, Wetterwarte Neuhaus/Rwg.

Witterungsrückblick Februar 2014

Gefühlt war es sicher der mildeste Winter seit wer weiß wieviel Jahren – in der Realität war es dann zumindest der zweitmildeste seit Bestehen der Wetterwarte. Vor sieben Jahren – sowohl mit oder ohne November betrachtet – war alles noch im Durchschnitt um ein paar Zehntel wärmer.

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11 Fotos (Rüdiger Manig )

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Ohne November steht dem damaligen Winter mit einer Durchschnittstemperatur von 0,8°C der diesjährige mit einer solchen von 0,3°C gegenüber.
Jedoch – im Winter 2006/07 fiel etwas mehr Schnee, ein kurzer Vergleich, in Klammern die Werte von 2006/07: Neuschneemenge bisher 128cm (151cm), gefallen an 44 Tagen (52) und davon an 8 Tagen mehr als 5 cm (11).
Man muss natürlich erwähnen dass es 2007 im März nach nur noch verbliebenen Schneeresten zu Monatsbeginn es noch einmal in der letzten Dekade eine Schneeauflage von 30 cm gab – und es wurden Loipen gelegt.
Dementsprechend etwas Geduld – ob es wirklich der schneeärmste Winter werden wird zeigt sich erst Anfang April. Denn im ebenfalls schneearmen Wendewinter 1989/90 fielen an 41 Tagen nur 137 cm Neuschnee….
Das bisherige Schneemaximum dieses Winters stammt mit 29 cm von Anfang Dezember – sollte es dabei bleiben wäre dies ein neuer Negativrekord.
Und der vergangene Februar nun selbst?
Mit einem Temperaturmittel von 0,7°C war er gegenüber dem klimatologischen Mittelwert um 3,7°C zu warm, aber kein Rekord. In der Statistik seit 1940 landet er dicht hinter den Jahren 2002, 2007 und 2008 auf Platz 8.
Was man auf Grund dieser Zahlen und auch der allgemeinen Debatte über immer mildere Winter dagegen nicht vermuten würde – temperaturmäßig war der Februar in den letzten Jahren gegenläufig dem Trend eher wieder auf einem absteigenden Ast.

Der Vergleich der Zeiträume von 1987- 2000 und 2001 – 2013 zeigt dies deutlich: Mitteltemperatur 1987 bis 2000 minus 1,7°C, 2001 bis 2013 minus 2,7°C.
Letztlich setzte sich im letzten Wintermonat weiter fort was in den beiden vorangegangenen schon stark ausgeprägt war – atlantischer Tiefdruckeinfluss, gleichwohl in unserer Region vorwiegend in schon erheblich abgeschwächter Form.

Sehr oft war die „Winkel-Westlage“ die dominierende Wetterlage, die von Westen vom beeindruckenden Tiefdruckzentrum über dem Atlantik herangeführten Fronten wurden unter immer stärkerer Abschwächung über Mitteleuropa nach Norden umgelenkt. Absolute Fehlanzeige in diesem Winter – schneebringende Nordwestlagen.
So war es ähnlich wie im Januar wieder ein meteorologisch sehr ruhiger und kaum Spannung aufweisender Monat.
Die größten Aufreger sind schnell zusammengefasst:
Nummer Eins > Die Kaltfront des von der Deutschen Bucht nach Südskandinavien ziehenden Sturmtiefs QUMAIRA überquerte uns am Nachmittag des 07.Februar und brachte neben einem starken Graupelschauer die stärkste Windböe des Monats – 20,2 Meter pro Sekunde, Windstärke 9 beginnt bei 20,5 Meter pro Sekunde. Nummer Zwei > Randtief TINI II zog als sogenannter Schnellläufer am 13. Februar mit eben jener charakteristischen Geschwindigkeit über Deutschland hinweg und brachte uns am Nachmittag innerhalb von drei Stunden 10 cm Neuschnee.

Allerdings bei einer Temperatur von minimal 0°C – die Neuschneemenge reduzierte sich mit jedem Höhenmeter nach unten drastisch. Zumindest für einige Tage bei einer nun maximalen Schneehöhe von 26 cm örtlich recht annehmbare Langlaufbedingungen.

Neben der vielleicht geringsten maximalen Schneehöhe gibt es aber schon jetzt einen neuen Rekord für die Wintersaison: Seit Bestehen der Wetterwarte gab es in den bisher vergangenen 83 Wintermonaten noch nie ein so hohes Monatsminimum – nur minus 3,8°C im vergangenen Februar, gemessen am 05. des Monats. Wärmster und sonnigster Tag wurde der 24. Februar – bei einer Sonnenscheindauer von 10,1 Stunden wurde in erwärmter Meeresluft eine Höchsttemperatur von 8,6°C erreicht.

Alle restlichen Klimawerte, in Klammern die vieljährigen Mittelwerte: Niederschlagsmenge 69 Liter pro Quadratmeter (76), Sonnenscheindauer 44 Stunden (75); Frosttage 21 (24), ein Eistag (13), relative Feuchte 92 % (89), Bedeckungsgrad 79 % (78), mittlere Windgeschwindigkeit 4,7 Meter pro Sekunde(4,5); Tage mit ein Böen Windstärke sechs 19 (16), mit Windstärke acht 2 (5).

Und das letzte Gewitter konnten wir hier oben nun mehr vor schon über einem halben Jahr am 25. August beobachten – es wird Zeit dass die neue Saison auch bei uns beginnt.
Vorerst scheint aber alles erst einmal in einen frühlingshaften März hinauszulaufen, ein markanter und nachhaltiger Kälteeinbruch ist anhand der Prognosen vom heutigen 03.März nicht erkennbar – obwohl er ab dem 12.März nicht gänzlich auszuschließen ist.