9. Februar 2014

Witterungsrückblick Januar 2014

von Rüdiger Manig, DWD, Wetterwarte Neuhaus/Rwg.

Witterungsrückblick Januar 2014

Dieses Mal ein etwas kürzerer Rückblick – es gab einfach nicht viel Bemerkens- und Erwähnenswertes. Kurz gesagt – es dominierte bis auf wenige Ausnahmen windschwache Milde hier oben, nur der Ausklang des Monats etwas frostig.

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15 Fotos (Rüdiger Manig )

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Der Januar war deutlich zu mild und über eine lange Strecke sehr lind – doch gab es schon wärmere (1975 0,6°C, 2007 0,4°C).
Er war viel zu trocken – jedoch gab es schon niederschlagsärmere (1990 0,9 Liter pro Quadratmeter, 1972 17,0).
Er war viel zu trübe – aber es gab schon sonnenscheinärmere (2013 10,3h, 2010 17,2h).

Er war sehr schneearm – und trotzdem gab es auch hier noch dürftigere Jahre (Maximum 1990 10 cm, 1996 17 cm und nur acht Zentimeter Neuschnee).

Bis zum 19. Januar lag der Monat sogar noch auf Rekordkurs, Mitteltemperatur bis dahin plus 1,1°C, eine Abweichung von 4,8°C! Klägliche Schneereste an versteckten dauerschattigen Orten zum Ende der ersten Dekade, in maritimer Subtropikluft gab es am 07. und 09.01. mit 6,8°C die Höchsttemperaturen des Januar, am 08.01. betrug das Tagesminimum (!) 5,1°C.

Überhaupt nur zwei Eistage in den ersten beiden Dekaden, Minimum in diesem Zeitraum minus 4,2°C am Neujahrstag. Der im letzten Witterungsrückblick angesprochene Zeitraum ab dem 18. Januar mit statistisch zunehmender Wahrscheinlichkeit für eine Schneedecke erwies sich auch in diesem Jahr als nicht falsch – jedoch in äußerst bescheidenem Maße.
Die ab dem 19. Januar diagonal von Nordwest nach Südost verlaufende Luftmassengrenze zwischen maritimer und kontinentaler Polarluft tangierte unsere Region mit ihrer kalten Seite nur am Rande, aber immerhin stieg die Temperatur an den letzten 11 Monatstagen nicht mehr über die Null-Grad-Marke (Minimum am 25.01. mit minus 8,6°C) – Winter light. Daneben gab es etwas Neuschnee - welcher aber vorwiegend Dekorationscharakter hatte.
Immerhin reichte dann die Schneedecke ab dem 27. von hier oben maximal 20cm für zwar nicht optimale, aber annehmbare Langlaufbedingungen aus.
Man wird sehr bescheiden. Sicher der schönste Tag des Monats der 30.Januar, fast sechs Stunden Sonnenschein, Temperatur zwischen minus 1 und minus 6°C.

Unterm Strich der zweite viel zu warme Wintermonat, mit einer Mitteltemperatur von minus 0,5°C um 3,2°C über dem klimatologischen Mittelwert von 1961-1990, Platz acht in der Rangliste seit 1940 und nahtloser Anschluss an den ebenfalls sehr warmen Dezember des letzten Jahres.
Trotz der 10 Tage an denen es keinen messbaren Niederschlag gab eine Monatssumme von nur 55 Litern pro Quadratmeter, 52% vom klimatologischen Mittelwert, in nur 12 Jahren seit 1940 gab es im Januar weniger Niederschlag. Die restlichen Klimawerte, in Klammern die langjährigen Mittel:
Sonnenscheindauer 22,5 h (46,3); Frosttage 25 (27); Eistage 13 (17); Bedeckungsgrad 92% (80); relative Luftfeuchte 97% (92); mittlere Windgeschwindigkeit 14 km/h (17); in Böen an 17 (18) Tagen Windstärke sechs und an 2 (6) Tagen Windstärke acht.

Und der Rest des Winters: Mit einer Wahrscheinlichkeit von über 70% wird er nach dem bisherigen Temperaturverlauf zumindest durchschnittlich oder überdurchschnittlich warm ausfallen, was sich auch für das Thüringer Schiefergebirge im Zeitraum seit 1987 gut belegen lässt.
Und bisher alle zum jetzigen Monatsbeginn vorliegenden Prognosekarten zeigen gleichfalls in diese Richtung, wenngleich kürzere Kaltlufteinbrüche immer mit dabei sein werden.