6. Januar 2014

Witterungsrückblick Dezember 2013

von Rüdiger Manig, DWD, Wetterwarte Neuhaus/Rwg.

Witterungsrückblick Dezember 2013

Was bleibt uns vom vergangenen Dezember mit als Erstes in Erinnerung, was war so richtig charakteristisch für den letzten Monat des Jahres? Sicher nicht der kaum vorhandene Schnee bei dem – wie aus vielen Unterhaltungen zu entnehmen war- ja sowieso die Mehrheit der Mitmenschen froh war dass er so gut wie ausgeblieben ist. Drei, vier Tage Winter – mehr war nicht im Angebot. Dagegen war er aus einer anderen Sichtweise sehr schön und auffallend – er war einfach überaus farbenfroh.

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Vor allem viele sehr farbintensive Sonnenauf- aber auch -untergänge, großartige Wolkenformationen, geniale Fernsichten, Luftspiegelungen, Haloerscheinungen, Regenbögen, irisierende Wolken – es war einfach fabelhaft!

Der Dezember begann sehr sonnig, bereits an den ersten drei Tagen ein Viertel der im gesamten Monat zu erwartenden Sonnescheindauer, Höchsttemperatur dabei 5,3°C.

Nach klarer Nacht, aber in anschließend aufziehendem Nebel mit leichtem Schneegriesel dann am Morgen des 04.12. bereits das Monatsminimum von minus 5,9°C.

Der zweite Orkan der Saison trifft am Abend des 05.12. auch unsere Region, indessen nur vergleichsweise moderate Windböen der Stärke 9, Maximum ist eine Spitzenböe von 85 Kilometer pro Stunde.
Dazu aber einsetzender Schneefall mit Verwehungen, am folgendem Tag in maritimer Polarluft weitere Schneeschauer, am 07.12. konnten wir dann eine mittlere Schneehöhe von 29 cm melden. Das war jedoch schon der Gipfel des winterlichen Flairs im Monat Dezember.
Vier Tage später war die Schneedecke auf gerade noch 11cm geschrumpft, nur einmal kamen wir in Ernstthal in den Genuss frisch gelegter Loipen. Hoch VARNIA bestimmte vom 10. – 17.12. unser Wetter – und wie.
Man muss natürlich hier strengstens Unterscheiden zwischen Kamm– und den Tallagen. Während in den tieferen Lagen sich bei Frostgraden der für diese Wetterlage typische Nebel oder Hochnebel hielt hatten wir hier oben den herrlichsten Sonnenschein – an fünf Tagen zwischen 6,8 und 7,7 Stunden! Dabei in der eingeflossenen Luftmasse subtropischen Ursprungs eine Höchsttemperatur von immerhin 8,3°C.
Und - zugleich eine geniale Fernsicht, Einzelheiten auf dem 140km entfernten Brocken waren zum Beispiel deutlich zu erkennen. Den Brocken und andere Berge gab es gleichwohl nicht nur in Normalansicht – sondern in allen Variationen angehoben, verzerrt und gespiegelt.
Selbst kleinere Berge im Erzgebirge – ansonsten nicht oder kaum sichtbar – präsentierten sich durch die vorhandene Temperaturschichtung vorübergehend - subjektiv von der Form her - wie typische Teile des Elbsandsteingebirges.
Der Rest des Monats wurde dann aber zum größten Teil von dagegen eher schwächerem Tiefdruckeinfluss geprägt.
Vorherrschend Großwetterlage Südwest zyklonal oder im Übergang zu einer Winkelförmigen Westlage (Westströmung, welche dann mehr oder weniger abrupt durch höheren Luftdruck im Osten nach Norden abbiegt, Blockade) – jedenfalls weiterhin viel zu mild, nur vereinzelt leichter Frost. Die Temperatur von minus 4,2°C am Silvesterabend war da schon eine dicke Ausnahme.
Betrachtet man den gesamten Monat - an nur vier Tagen war die überwiegende Hauptwindrichtung nicht der Sektor Süd bis West.
Als Durchschnittstemperatur im Dezember 2013 sehr milde 0,6°C, Abweichung plus 3,4°C, zweitwärmster Dezember seit 1940, nur 2006 war es noch um drei Zehntel wärmer.
Jedoch keine Rekordtemperaturen in unserer Region, lediglich das für einen Dezember recht hohe Minimum von nur minus 5,9°C ist beachtenswert, das mittlere Minimum seit 1987 liegt bei immerhin minus 11,5°C! Nur 2011 gab es ein geringfügig höheres Monatsminimum.
60,8 Stunden Sonnenschein bedeuten immerhin ein Plus von 34%, selbst wenn an 13 Tagen vom Tagesgestirn überhaupt nichts zu sehen war.
Seit unseren Messungen auf dem Bornhügel gab es noch nie so eine trockene mittlere Dezemberdekade, nur 3,0 Liter pro Quadratmeter in diesen 10 Tagen.
Der gesamte Monat reiht sich mit einer Niederschlagsmenge von bescheidenen 60,9 Litern pro Quadratmeter in der Rangliste seit 1940 auf Platz 61 ein, an 14 Tagen gab es keinerlei messbaren Niederschlag.
Weitere Klimawerte, in Klammern die langjährigen Mittel: Frosttage 21 (26), Eistage 7 (15), Tage mit Nebel 25 (27), relative Luftfeuchte 92% (96), Bedeckungsgrad 77% (84), mittlere Windgeschwindigkeit 5,0 m/s (4,7), Tage mit in Böen Windstärke sechs 21 (19), mit Windstärke acht 6 (6).
Nebenbei - betrachtet man den Zeitraum von 1987 bis 2000 und den von 2001 bis 2013 so ergibt sich eine Zunahme der Tage mit in Böen Windstärke 6 von im Mittel 17 auf 20 Tage.
Nachhaltiger Wintereinbruch nach den Vorhersagekarten - im seriösen Betrachtungszeitraum - nach Stand vom heutigen 05.01. nicht in Sicht.
Statistisch gesehen gibt es allerdings in unserer Region und Höhenlage im Zeitraum um den 18.Januar einen Knackpunkt – hier gibt es eine signifikante Zunahme der mittleren Schneehöhe als auch der Neuschneesumme allgemein im ausgewerteten Zeitraum seit 1987.